Ensemble Rosettenföhn
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Wir sind der Mauerfall - moshen, orgeln & Jesus hinter der Hühnermaske
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Wir sind der Mauerfall - moshen, orgeln & Jesus hinter der Hühnermaske

Zwöhölf. Erektionsspitzen der Langeweile. XII. Tswölw.

Man muss ja irgendwann vorsorgen.

Andere Menschen bauen Häuser.
Wir überlegen, welches Kunstwerk unserer kulturellen Relevanz angemessen wäre.

Wenn man – wie wir – Generationen prägt, Werte säht und mindestens drei Menschen pro Folge nachhaltig verwirrt, dann stellt sich irgendwann die Frage:
Was bleibt?

Eine Statue?
Ein Park?
Ein Feld?
Eine 639-jährige Orgelinstallation?

Oder vielleicht doch ein Endlos-Podcast, in dem eine KI-Version von Slavoj Žižek mit einer KI-Version von Werner Herzog über das Wesen des Seins streitet, während irgendwo in Halberstadt noch immer ein Akkord klingt?

Diese Folge bewegt sich genau dort:
zwischen Monument und Moshpit, zwischen John Cage und Hühnermaske, zwischen Osterverwirrung und Wall of Death.

Wir freuen, euch kennenzulernen, wie Kaddi so schön sagt.

Monumentale Grüße

Phil & Kaddi


Die Schnittchenplatte: Kulturrosetten nur für euch

Numero 1: The Sound of Berlin

Bis wir nach Halberstadt kommen und mit und an John Cage rumorgeln, brauchen wir Inspiration. Deswegen hat Kaddi ne Audio-Perle ausgegraben. Ab geht’s in den Hamburger Bahnhof. Da gibbet nämlich Annika Kahrs „OFF SCORE” (bis 3. Mai). Eine Soundinstallation, die der Tagesspiegel mit "„Wie klingt Berlin?” betitelte.
Berliner Kaufhäuser, eine wilde italienische Blaskapelle, verlassene Kirchen in Lyon,…… also alles von „Chantalle, nein, et gibt heute nix Süßes“ bis „Oui, oui, Baguette, oh là là“.

John Cage hätt’s geliebt. Also ab in den Hamburger Bahnhof, sagt Kaddi und freut sich schon auf Berliner Kaufhäuser-Sounds.

Ausstellung ist noch bis 3. Mai. Wir werden berichten, kommt doch dazu.


Numero 2: Die beste Carbonara Berlins

Kaddi war Carbonara essen und ja, fressi-fressi kann hier auch ein Eventtipp sein. Das Ripieno wurde in unserer aller Berliner Lieblingstageszeitung von einer Römerin mit Heimweg empfohlen. Und Leudde, es hätte nicht besser sein können. Speck mit Crunch, schlonziges Eigelb und feinster Parmesano… so was hat die Kaddi noch nicht erlebt. Phil ist schon angefixt und wird bald dahingeschleppt – und ihr solltet das auch nicht verpassen.

Sie haben nur eine Instagram-Seite, aber ihr könnt bei Google oder natürlich telefonisch reservieren.


Numero Treheheheheeee: Hühnermasken. Aus Finnland.

Das kann nur stark werden. Am 24.2.26 gehen zwei blinde Hünchen, nämlich eure geliebten Protago-Föhnies zu einer Ausstellung. Es ist sogar die Vernissage. Sektgläschen schwenken, Rollkragen tragen, stößen, lachlach und jede Menge Gefieder an den Wänden. Wollt ihr auch??

Vernissage (mit uns) ist am 24.2. - hier!


Numero FIER: Eventtipp - Cooperating in Difference im Ballhaus Naunynstraße

Phil und ich haben’s im Podcast schon gesagt: Wir sind bei “Cooperating in Difference” dabei. Das Ballhaus Naunynstraße schafft seit Jahren genau die Bühnen, die Berlin braucht – postmigrantisch, politisch, auf den Punkt. Und diese Veranstaltung ist genau das richtige in diesen dunklen blauen Zeiten.

Wer Lust hat: Kommt vorbei, wir freuen uns!

Ballhaus Naunynstraße, Naunynstr. 27, Berlin-Kreuzberg



Der Mitternachtssnack zur Folge 12

Viel erzählt, viel erlebt. Ein aar Kleinigkeiten aus der zwölften Folge wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten.

In anderen Worten: Willkommen zum rosettig-februarlichen John Cage Gedenknewsletter.

Zum einen ging’s um die Orgel, die nicht fertigorgelt.

Orgeln bis zum jüngsten Tag

In Halberstadt läuft seit 2001 ein Orgelstück von John Cage.
Titel: ORGAN²/ASLSP – As Slow as Possible.

Man hat das „so langsam wie möglich“ sehr ernst genommen.
Das Stück dauert dort 639 Jahre.
Ende: 2640.

Die Töne wechseln nicht nach Minuten,
sondern nach Jahren.
Manchmal nach Jahrzehnten.

Wenn wir also über ein Monument für uns nachdenken,
müssen wir uns fragen:
Wollen wir wirklich kürzer laufen als eine Orgel?

Vielleicht wird unser Föhnfeld einfach
das längste Podcast-Intro der Welt.

Macht euch am besten selbst ein Bild.

Tatsache ist, wir werden dort hinfahren. Und die Melodie heimlich ändern.

Seid ihr dabei?


Aber vielleicht geht Monumentalität heute auch anders?

Zum anderen hat John Cage ja auch gesagt, dass alles, was wir tun, Musik sei.
Wir sind unsicher – zählt das hier auch?

Angerissen hat Phil noch, dass er sich für das Rosettenmonument einen ständigen Sermon aus alten Podcast-Folgen wünscht, am liebsten von artigen Schulklassen aufgeführt, im Duktus eines freudig-aufgeregten Weihnachtsgedichts.

Das erinnerte ihn an die Infinite Conversation — ein Experiment, bei dem zwei KI-Versionen von Slavoj Žižek und Werner Herzog endlos miteinander sprechen.

Kein Gag. Kein Meme.
Sondern ein ziemlich präziser Hinweis darauf, wie leicht sich heute Stimmen synthetisieren lassen.

Im Grunde kann inzwischen jede halb motivierte Person mit einem Laptop ein digitales Ebenbild erzeugen, das verdammt echt klingt. Und plötzlich verschwimmen Dinge: Autorität, Vertrauen, Quelle, Wahrheit.

Wir finden das gleichermaßen unheimlich wie faszinierend.
Und natürlich auch ein bisschen monumental.

Hier beginnt der Dialog, der noch weniger auf den Punkt kommt als wir im Föhn.

Was KI-Kaddi wohl dazu sagt?

Und weil jede monumentale Folge einen würdigen Abschluss braucht,
weil selbst 639 Jahre irgendwann eine Pause machen müssen,
kommt hier – feierlich, leicht gefiedert –

Der Heiko der Woche

Orgel denkt in Zeit
Huhn trägt heimlich Heiligenschein
Wall of Death am Feld

Wir freuen euch.

Hühnergeräusch.

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